Die neuen RUB Ausgabe 2021 sind in Kraft...

 
 

 

 
 

...und angesichts des Titelbildes bleibt zu hoffen, dass sich hierdurch viele neue Impulse für die gesamte Branche ergeben. Das hat der Autor schon in seinem letzten Beitrag zu den neuen RSA geschrieben. Diese lassen weiter auf sich warten, daher widmen wir uns zunächst den neuen Richtlinien für Umleitungsbeschilderungen RUB - Ausgabe 2021. Die RUB 2021 sind zum 15. November 2021 in Kraft getreten und lösen die RUB von 1992 ab.

Die neuen RUB enthalten zahlreiche Änderungen im Vergleich zum alten Regelwerk. Die bisherigen Informationen auf dieser Website basierten maßgeblich auf den RUB von 1992 sowie auf den bereits im Vorgriff auf die neuen RUB angepassten Festlegungen der StVO. Da sich dieses "Hilfskonstrukt" nunmehr erledigt hat, muss die gesamte Kommentierung zur Beschilderung von Umleitungen auf dieser Website angepasst werden. Dies wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die wichtigsten Änderungen der neuen RUB 2021 sind im weiteren Verlauf dieser Seite zusammengefasst.

 
     
 

Bezugsquelle der neuen Richtlinien für Umleitungsbeschilderungen - RUB Ausgabe 2021

Die neuen RUB wurden am 15.11.2021 im Verkehrsblatt bekannt gegeben. Sie sind u.a. beim FGSV-Verlag und beim Verkehrsblatt-Verlag erhältlich:

 
     
 
       
  RUB Ausgabe 2021
FGSV - Verlag
  RUB Ausgabe 2021
Verkehrsblatt - Verlag
 

ARS 19/2021
(pdf-Download)

 
 
     
 

Wesentliche Änderungen

Im Vorgriff auf die noch zu erstellende Kommentierung zu den neuen RUB 2021 erhalten Sie nachfolgend eine Übersicht der wichtigsten Änderungen. Die ausgewählten Beispiele repräsentieren dabei nur einige Teilbereiche. Es ist daher wichtig, das gesamte Regelwerk zu beachten bzw. in der Praxis umzusetzen. In diesem Zusammenhang sei auf die im ARS 19/2021 benannte Rückmeldung zu den Erfahrungen mit den neuen RUB 2021 verwiesen. Es wird ausdrücklich empfohlen, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, um eventuell notwendige Anpassungen dem BMVI zuzuleiten - im Regelfall über die im ARS benannten Adressaten.

 
     
 

Umleitung Kreisverkehr

Die für die Verkehrssicherungsbranche wohl bedeutsamste Änderung ist die Aufnahme von Umleitungszeichen mit Kreisverkehr-Darstellung direkt auf dem Schild. Dies gilt sowohl für die Zeichen 455.1 und 460, als auch für die Zeichen 442. Die erst im Jahr 2017 im VzKat neu eingeführte Variante mit einem "pfeillosen" Umleitungsschild und der Pfeildarstellung auf separaten Zusatzzeichen, wird daher künftig entfallen.

 
     
 

Anpassung der VwV-StVO / des VzKat seit 16.11.2021 in Kraft

Die entsprechende Anpassung des VzKat ist mit Bekanntgabe der "allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Änderung der allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung" vom 08.11.2021 (BAnZ AT 15.11.2021 B1) erfolgt und seit 16.11.2021 in Kraft. In diesem Zusammenhang wurde auch eine Vielzahl an Verkehrszeichen neu eingeführt. Die Änderungen sind auf www.bundesanzeiger.de abrufbar.

 
     
 

 
     
 

Ein Wehrmutstropfen bleibt allerdings: Die Kreisverkehr-Darstellung variiert - genau wie bei den bisherigen Zusatzzeichen - mit der jeweiligen Richtung. Hier wird sich in der Praxis vermutlich die universelle (jedoch nicht amtliche) Variante etablieren, bei welcher der Kreisverkehr zentral auf der unteren Schildfläche platziert ist, so dass bei Bedarf nur die Pfeilspitzen geändert werden müssen.

 
     
 

Z 455.1-13

Z 455.1-31

Z 455.1-23

nichtamtliche Varianten mit zentralem Kreisverkehr (Empfehlung)

 
     
 

Die Varianten mit zentralem Kreisverkehr erhalten Sie hier kostenlos zum Download:

 
 
           
      Download als *.pdf-Datei
Download als *.cdr-Datei
     
 
     
 

Leitfarben für Zielangaben

Neue Vorgaben für Umleitungsbeschilderungen wurden auf Grundlage des RUB-Entwurfs von 2005 bereits im Jahr 2009 als Erläuterung in die Anlage 3 StVO aufgenommen. Dort gehören sie genau genommen gar nicht hin, da derartige Festlegungen eher in das Sachgebiet der VwV-StVO fallen - ein Problem, welches auch andere Verkehrszeichen betrifft. Aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls benennt die StVO für Zielangaben bislang nur ein "zusätzliches Schild über dem Zeichen", weshalb sich bislang weiße Zusatzzeichen als Schild für Zielangaben etabliert haben - nicht zuletzt auch durch die bisherigen Informationen auf www.rsa-online.com.

Mit den neuen RUB werden nun auch für diese Zielangaben konkrete Farben definiert, welche sich an den RWB / RWBA orientieren. Damit gilt ab sofort: Blau für den Autobahnverkehr, Gelb für außerörtliche Ziele und Weiß für den innerörtlichen Bereich - wobei auch hier natürlich immer das jeweilige Ziel ausschlaggebend ist:

 
     
 
       
  Blau = Autobahnverkehr   Gelb = außerörtliche Ziele   Weiß = innerörtliche Ziele  
 
     
 

Wie eine solche Zielangabe aussieht, wenn alle drei Leitfarben enthalten sind (z.B. BAB-Sinnbild mit Nummer, Ortsname auf gelbem Grund und z.B. Gewerbegebiet) ist bislang nicht definiert. Geht es nach den neuen RUB sind Zielangaben auch eher Ausnahmen, die nur dort anzuwenden sind, wo sich mehrere Umleitungen überlagern. Dieses Thema wird auf dieser Website künftig etwas ausführlicher behandelt.

 
     
 

Rückkehr zur Nummerierung von Umleitungen

Rückkehr ist vielleicht der falsche Begriff, denn im Grunde hat sich das Prinzip von nummerierten Umleitungen nach RUB 92 nie geändert. Die vorzeitige Einführung der damals neuen RUB-Festlegungen in die StVO hatte aber zur Folge, dass in der Praxis verstärkt Zielangaben anstelle von Nummerierungen eingesetzt wurden und werden. Beide Varianten haben Vor und Nachteile, es gibt im Grunde keine ideale Ausführung.

Die Verwendung von Zielangaben spricht gewissermaßen "Klartext" vom Umleitungsbeginn bis zum Umleitungsende. Nachteilig kann das werden, wenn viele solcher Umleitungen an einem Knoten zusammentreffen und dann fünf oder mehr Umleitungsschilder mit jeweils zwei oder drei Zielangaben pro Schild angeordnet sind. Dann hat der Verkehrsteilnehmer plötzlich mehr als 10 Zielangaben auf einmal zu erfassen. Dies gilt auch für jede einzelne Umleitung selbst, wenn mehrere Ziele geführt werden müssen. Zudem können z.B. bestimmte Verkehrsarten nicht sinnvoll als "Positiv-Sinnbild" dargestellt werden - z.B. Fahrzeuge über eine bestimmte Höhe oder Breite. In solchen und ähnlichen Fällen bietet sich eine Nummerierung an, daher z.B. eine Planskizze, auf der via Zeichen 264 oder 265 auf die Sperrung hingewiesen und auf welcher für die betroffenen Fahrzeuge z.B. die U 11 ausgewiesen wird.

Ob nummerierte Umleitungen aber für jeden Anwendungsfall geeignet sind ist fraglich - denn anstelle der verbalen oder sinnbildlichen Zielangaben entsteht bei Überlagerung mehrere Strecken ein "Nummernsalat" am jeweiligen Knoten. Schon in der Vergangenheit haben sich durch fehlende Koordinierung Umleitungen mit derselben Nummer überlagert und wiesen den Verkehrsteilnehmer in verschiedene Richtungen. Das passiert natürlich auch bei verbalen Zielangaben - keine Frage. Und dann gibt es auch noch solche Situationen:

 
     
 

 
     
 

 
 

Zwei Baumaßnahmen und zwei verschiedene Verkehrssicherungsunternehmen. Interessant ist auch die unterschiedliche Ausführung von Schrift, Schildgestaltung, Aufstellhöhe und Aufstellvorrichtung. Die Koordination von Baumaßnahmen und den dazugehörigen Umleitungen ist zweifellos verbesserungswürdig.

 
     
 

- Dieser Abschnitt wird in Kürze fortgesetzt -

 
     
 

Impressionen aus der Praxis

Wie bereits am Beginn dieser Seite beschrieben sind neue Impulse für die gesamte Branche unerlässlich. Das zeigen auch die nachfolgenden Bilder (November 2021) auf eindrucksvolle Weise. Es gibt in der Praxis in allen Bereichen noch sehr viel zu tun - nicht nur in Bezug auf die Beschilderung von Umleitungen.

 
     
 

 
 

Der Vorwegweiser und die Leitbaken verheißen nichts Gutes. Die auf der windschiefen Tafel ausgewiesene Umleitung ist nicht befahrbar. Die missbräuchliche Verwendung von  Zeichen 101 als Ankündigung von Umleitungen ist scheinbar auch nicht totzukriegen - daher noch einmal: Dieses Zeichen heißt nicht "Achtung" sondern "Gefahrstelle". Das durch Zeichen 276 angeordnete Überholverbot ist in diesem Bereich überflüssig und seit 2009 an solchen Stellen auch nicht zulässig (VwV-StVO zu Zeichen 276).

 
     
 

 
 

Wie war das doch gleich? Unverzügliche Kontrolle nach Unwetter und Sturm? Sturmtief Ignatz ist zum Zeitpunkt der Aufnahme "nur" drei Wochen her. Besser wäre es natürlich, das Schild wäre komplett umgefallen, dann würde es nicht im Widerspruch zur jetzigen Verkehrsführung -schief- stehen.

 
     
 

 
 

Markierung der Kategorie "Bananenschale".

 
     
 

 
 

Situation am nachfolgenden Knoten. Zumindest die vor der Inbetriebnahme einer temporären Lichtzeichenanlage vorgeschriebene Abnahme durch die Behörde hätte zu der Erkenntnis führen müssen, dass die bereits bestehende Umleitungsbeschilderung nicht zu der jetzt neu begonnenen Maßnahme passt. Da die hiesigen Behörden diese vorgeschriebenen LZA-Abnahmen aber grundsätzlich nicht durchführen, fallen derartige Konstellationen auch in der Praxis nicht auf - wo sie ja vorab schon den Schreibtisch passiert haben.

 
     
 

 
 

Zum Abschluss noch die Frage, woher die "berührungsfreie Auskreuzvorrichtung" ihren Namen hat...

 
     
 

 
 

...so hat sich das der Erfinder sicherlich nicht gedacht. Und der Straßenbaulastträger auch nicht. Wobei, der nimmt die Maßnahme ja auch nicht ab...

 
     
 

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Stand: 11/2021

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